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Vortrag “Auf den Spuren römischer Kamele. Ein neuer Ansatz zu Migrationsstudien mittels Kohlenstoff- und Sauerstoffisotopie” von Sophie Habinger (Reihe NeuBioArch)

16. November @ 18:30 - 20:00 CET

Kostenlos

Obwohl Kamele nicht in Europa heimisch sind, wurden sie immer wieder an verschiedenen Fundstellen in den römischen Provinzen gefunden. Die ältesten Funde datieren dabei ins 1. Jh. n. Chr. Da unter dem Fundmaterial auch juvenilen Individuen sind, so zum Beispiel in Tanais, wurde die Hypothese aufgestellt, dass Kamele nicht nur nach Europa importiert, sondern auch dort gezüchtet worden sind. Für diese Studie wurden serielle intra-Individuum Proben des Zahnschmelzes von vier Kamelen von europäischen Fundstellen (Innsbruck-Wilten, Mamer-Bertrange, Tongeren und Trier), die vom 2. bis zum 4. Jh. n. Chr. datieren, entnommen. Der Karbonatanteil des Zahnschmelzes wurde hinsichtlich seiner Kohlenstoff- (C) und Sauerstoffisotopen (O) analysiert. Diese Daten werden routinemäßig für Klima-, Umwelt- und Nahrungsrekonstruktionen verwendet. Hier wurden sie in einem neuen Ansatz zur Eingrenzung möglicher Herkunftsorte der Kamele und zur Rekonstruktion großräumige Migrationsbewegungen während ihrer ersten Lebensjahre der Tiere verwendet. Die Ergebnisse unserer Studie sprechen dabei gegen die Hypothese einer europäischen Kamelzucht der Römer, da alle Individuen in Habitaten außerhalb Europas aufgewachsen sind. Zusätzlich kann die von uns verwendete Methode wegen der spezifischen, klimatisch sehr unterschiedlichen Verbreitungsgebiete der beiden Kamelspezies als zusätzlicher Proxy für die Unterscheidung von Camelus bactrianus und Camelus dromedarius herangezogen werden.

Sophie Habinger ist Doktorandin am Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen und Trägerin des BAG-Förderpreises 2020.

Zoom-Link: https://oeaw-ac-at.zoom.us/j/92957693466?pwd=cTJOWUpvNnFkbmFibFppbjNrc2xMQT09

Details

Datum:
16. November
Zeit:
18:30 - 20:00 CET
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

Zoom Meeting/Webinar

Veranstalter

Bioarchäologische Gesellschaft Österreichs
Österreichisches Archäologisches Institut (ÖAI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)